Oliver Bäumker
Bürgermeister für Oelde

Die ganze Stadt im Blick


Mehr Kulturangebot wagen

Viele Mitbürger werden sich noch an das opulente Kultur- und Theaterangebot der 80er- und 90er-Jahre erinnern. Große Namen wie Curd Jürgens, Heidi Kabel, Reinhard Mey und Udo Jürgens haben sich in Oelde die Ehre gegeben. Es gab Theater-Abonnements für Jung und Alt. Seit der Verlagerung wesentlicher Teile des Kulturangebots in den Vier-Jahreszeiten-Park ist einiges weggebrochen, was einst sorgsam und ausgewogen von einer fachlich hervorragend besetzten Theaterkommission ausgewählt wurde.

Ich möchte Forum Oelde verpflichtet wissen, alle Generationen und Interessen in seinem Angebot abzubilden. Es muss nicht immer alles neu erfunden werden, es gibt Dinge, die gut angenommen wurden und darauf warten, wiederbelebt zu werden. Das muss aber nicht heißen, dass dafür andere Angebote zugleich wegfallen. Vielmehr ist die Vielfalt entscheidend.

Es wäre mir eine große Freude, hierbei Anregungen und Wünsche aus der Bevölkerung umsetzen zu können. Das sind kleine, auch finanziell überschaubare Schritte, die eine große Wirkung erzielen.


Sport und Sportstätten

Halten wir unsere Sportanlagen, Hallen, Bäder und Stadien gepflegt und auf dem neuesten Stand, tun wir zugleich eine Menge für das Ehrenamt. Das zahlt sich aus!

In Oelde könnte das Jahnstadion beispielsweise eine überdachte Tribüne gut gebrauchen. Bleiben wir überall, vor allem auch in den Ortsteilen, am Ball. Dazu gehört auch eine Fortschreibung des Sportstättenkonzepts für das neue Jahrzehnt.

Dem Sport muss insgesamt eine stärkere Stimme verliehen werden. Durch die Schaffung einer Sportkommission, die zu gleichen Teilen aus Vertretern der Vereine und der Politik besetzt sein wird, will ich eine bessere Kommunikation zwischen Rathaus und Ehrenamt erreichen. Die Informationen müssen im gegenseitigen Austausch fließen, wofür das Internet viel stärker als bislang nutzbar gemacht werden wird.

Die weitere zügige Digitalisierung für Verwaltung und Bürger gibt uns allen dabei die Chance, zeit- und ressourcensparender miteinander kommunizieren zu können und lästige Dokumentationen und Nachweise deutlich vereinfachter auszutauschen. Das kann bei der stets schwierigen Belegungsplanung der Sportstätten durch Vereine und Gruppen wie auch beim Nachweis der Jugendförderung zu Beschleunigung und deutlicher Erleichterung für beide Seiten, die Ehrenamtlichen im Sport sowie die Hauptamtlichen in der Verwaltung, führen.

Das gilt natürlich auch für viele andere Bereiche des Lebens, in denen Rathaus und Bürger miteinander in Kommunikation treten müssen. Auch hier gilt: Digital bekommt Vorrang!


Hausärztliche Versorgung

Wer kümmert sich in Oelde, Lette, Sünninghausen und Stromberg eigentlich um die ärztliche Grundversorgung?

Mir scheint, aktuell niemand. Dabei muss man nur in die Nachbarschaft schauen, um zu sehen, wie professionell man das handhaben kann, wenn man es will und zielstrebig angeht. In Gütersloh gibt es beispielsweise seit einiger Zeit einen kommunalen "Arztlotsen", der - einem städtischen Wirtschaftsförderer ähnlich - dafür sorgt, dass es vor Ort überhaupt noch Hausärzte gibt.

Wir in Oelde brauchen schnellstens ein Expertengremium aus örtlichen Ärzten, Apothekern, Vertretern des Marienhospitals und anderen im Gesundheits- und Pflegebereich Tätigen, um ein auf Oelder Bedürfnisse abgestimmtes Profil für diese wichtige Aufgabe zu formulieren.

Klar und deutlich: Das Thema wird für mich als Bürgermeister Chefsache sein und mit voller Kraft konsequent umgesetzt werden. Bereits jetzt habe ich Gespräche mit Fachleuten in der Region geführt, um mich umfänglich zu informieren.

Versprochen: Ich finde mich mit dem Niedergang der Grundversorgung in den Ortsteilen und auch in der Kernstadt nicht einfach achselzuckend ab. Wir sollten anfangen, unsere Zukunft selbst zu gestalten und nicht nur verwaltet zu werden. Dafür stehe ich.


Hospiz

Sind wir in Oelde für die letzten Momente des Lebens optimal aufgestellt? Ich meine nicht, denn es fehlt an einer palliativmedizinischen Einrichtung für schwerstkranke Menschen, einem stationären Hospiz als organisatorisch eigenständige Einrichtung.

Jedes Hospiz verfügt über eigenes geschultes Personal. Wo eine Krankenhausbehandlung nicht mehr sinnvoll oder gewünscht ist, kann der schwerkranke und sterbende Patient mit seinen Wünschen und Bedürfnissen bis zu seinem Lebensende hier psychologisch, palliativpflegerisch und palliativmedizinisch optimal betreut und begleitet werden.

Ziel ist es, dem Sterbenden einen möglichst angenehmen Abschied in harmonischer Umgebung und ohne Angst zu ermöglichen. Auch um die Angehörigen kümmert sich ein Hospiz. Sie werden beraten, in die Betreuung des Patienten einbezogen und können rund um die Uhr bei ihm bleiben, dort essen und schlafen. Für sie ist es eine große Erleichterung, den Kranken in ständiger professioneller Betreuung zu wissen.

Speziell ausgebildete Pflegekräfte sowie besonders geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter übernehmen die Pflege und Versorgung. Sozialarbeiter, Psychologen und Seelsorger übernehmen die psychologische und geistliche Betreuung. Die medizinische Versorgung stellen in Palliativmedizin erfahrene niedergelassene Ärzte sicher.

Aufgrund der ungleichen regionalen Verteilung ist eine Palliativstation für manche Menschen jedoch kaum verfügbar. Für Erwachsene gibt es derzeit nur eines im Kreis Warendorf, in Ahlen. Diese Lücke muss geschlossen werden.

Wir müssen deutlich verstärkte Anstrengungen unternehmen, um in Zukunft eine funktionierende hausärztliche Versorgung sicherzustellen. Die Einrichtung eines Hospizes bietet die Chance, unsere Stadt für junge Allgemeinmediziner und Internisten mit palliativmedizinischer Zusatzausbildung attraktiv zu machen.

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